Migräne bei Erwachsenen
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    Glossar


    Acetylsalicylsäure
    Wirkstoff, der in der Akuttherapie der Migräne eingesetzt wird, wobei die Dosis 1000 mg betragen sollte. Andere Indikationen sind z. B. Blutverdünnung. Handelsname z.B. Aspirin .

    Akupunktur
    Therapieverfahren, bei dem mittels Akupunkturnadeln bestimmte Punkte am Kopf und Körper stimuliert werden. Die klassische Akupunktur kommt aus China, es gibt aber auch andere Formen, z.B. die sog. Ohrakupunktur. Akupunktur wird zur Vorbeugung von Kopfschmerzen und Migräne eingesetzt, wobei die Wirksamkeit wissenschaftlich nicht eindeutig belegt ist.

    Amitriptylin
    Wirkstoff, der ursprünglich gegen Depression entwickelt worden ist. Bei Kopfschmerzen wird der Wirkstoff zur Vorbeugung von chronischen Spannungskopfschmerzen und gelegentlich auch in der Migränevorbeugung eingesetzt. Handelsname z.B. Saroten .

    Anamnese
    Gespräch zwischen Arzt und Patient, in dem der Arzt durch strukturierte Fragen die Beschwerdesymptomatik und Krankheitsgeschichte von Patienten erfragt.

    Antidepressiva
    Sammelbegriff für verschiedene Medikamente die aufgrund unterschiedlicher chemischer Ansatzpunkte gegen Depressionen wirken. Darüber hinaus können diese Substanzen auch in der allgemeinen Schmerztherapie im Sinne von Vorbeugung eingesetzt werden.

    Aphasische Aura
    Bei einer aphasischen Aura sind Betroffene nicht in der Lage, geordnet zu sprechen. Man unterscheidet die sensorische Aphasie von der motorischen Aphasie, bei der sensorischen Aphasie ist der Sinn und Inhalt des Gesagten nicht verständlich, bei der motorischen Aphasie kann das Sprechen motorisch nicht umgesetzt werden.

    Aura
    Sämtliche Reiz- und Ausfallsymptome, die vor oder während der Migränekopfschmerzen auftreten können. Hierzu gehören am häufigsten Sehstörungen (sog. Flimmerskotome). Aber auch Kribbelgefühle, Lähmungen, Sprach- und Sprechstörungen, Schwindel bis hin zur Bewusstlosigkeit, Doppelbilder, Hörstörungen und Denkstörungen können als Aura auftreten.

    Betablocker
    Substanzgruppe zur Migräneprophylaxe, die ursprünglich zur Therapie des hohen Blutdrucks und von Herzrhythmusstörungen entwickelt worden ist.

    Biofeedback
    Entspannungsverfahren bei dem über ein Gerät Körperfunktionen wie die körpereigene Muskelspannung, der Pulsschlag, die elektrische Hautspannung oder die Durchblutung zurückgemeldet wird. Dadurch lernt man, diese Körperfunktionen bewusst zu beeinflussen. Dieses Verfahren wird in der Vorbeugung von chronischen Kopfschmerzen eingesetzt.

    Biopsychosoziales Modell
    Beschreibt das Zusammenspiel von biologischen (=körperlichen), psychischen und sozialen (=Umwelt) Faktoren, die in einem Kreislauf alle miteinander zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussen. Dieses Modell stellt die Grundlage zur Erklärung von chronischen Schmerzen dar.

    Blutdruck
    Beschreibt den Druck, mit dem Blut ins Herz gepresst und aus dem Herz heraus gepresst wird. Zu hoher Blutdruck (über 200 im ersten Wert) und zu niedriger Blutdruck können Kopfschmerzen auslösen.

    Botulinumtoxin
    Botulinumtoxin ist ein lähmend wirkendes Nervengift bakteriellen Ursprungs. Man unterscheidet verschiedene Typen, von denen einige medizinisch genutzt werden. Botulinumtoxin hemmt die Erregungsübertragung von Nervenzellen zum Muskel. In der Neurologie wird Botulinumtoxin bei den sogenannten Dystonien (Bewegungsstörung), Schielen oder Lidkrämpfen eingesetzt, darüber hinaus hilft es bei übermäßigem Schwitzen, es gibt auch Hinweise auf die Wirksamkeit von Botulinumtoxin bei chronischer Migräne. In Überdosierung kann Botulinumtoxin zu längerfristigen Lähmungen führen.

    Cervikogener Kopfschmerz
    Der cervicogene Kopfschmerz ist ein Kopfschmerz, der von der Halswirbelsäule ausgeht. Typischerweise strahlt ein Schmerz bei bestimmten Kopfbewegungen streng einseitig vom Hinterkopf nach vorne bis in die Stirnregion aus. Es besteht keine wesentliche Begleitsymptomatik.

    Clusterkopfschmerz
    Spezielle Kopfschmerzform, die bei Frauen seltener als bei Männern auftritt. Die Kopfschmerzen sind sehr intensiv, einseitig und von Tränenlaufen, Nasenlaufen u.ä. begleitet. Die Attacken dauern zwischen 30 und 180 Minuten und treten über Wochen jeden Tag auf.

    Computertomographie
    Radiologisches Verfahren, um z. B. eine Blutung im Gehirn nachzuweisen. Wegen der Strahlenbelastung wird diese Untersuchung nicht in der Schwangerschaft und nicht für Kinder empfohlen, ist aber unproblematisch in der Stillzeit. Genauer ist in den meisten Fällen eine Kernspintomographie.

    Cortical Spreading Depression (CSD)
    Beschreibt die Weiterleitung von Reizsignalen über die Hirnrinde. Es handelt sich dabei um die Ausbreitung einer Lähmungswelle, ohne dass dafür Durchblutungsveränderungen verantwortlich sind. Die CSD wird als Ursache für die Migräneaura angenommen.

    Cortison
    Natürlicher Botenstoff im Körper, der in höheren Dosen gegen Entzündungen und gegen Schmerzen wirkt. Bei schweren, langen Attacken einer Migräne zur Akuttherapie geeignet.

    Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft
    Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft ist ein Zusammenschluss von wissenschaftlich und klinisch tätigen Ärzten und Psychologen, die den Schwerpunkt ihrer Forschung bzw. ihrer klinischen Arbeit auf das Krankheitsbild Kopfschmerz und Migräne gestellt haben.

    Diclofenac
    Medikament, das ursprünglich gegen rheumatische Schmerzen entwickelt worden ist und auch in der Akuttherapie einer Migräne eingesetzt wird (Dosis bis 200 mg). Handelsname z.B. Voltaren .

    Differentialdiagnose
    Hierunter versteht man alle möglichen Diagnosen, die als Erklärung für ein Symptom oder mehrere Symptome dienen können. Die Differentialdiagnose wird aufgrund der Anamnese, der körperlichen Untersuchung und Zusatzdiagnostik wie bildgebenden Verfahren oder Laboruntersuchungen gestellt.

    Dimenhydrinat
    Wirkstoff, der gegen Übelkeit entwickelt worden ist. Dieser Wirkstoff ist geeignet, um Übelkeit z.B. bei einer Migräneattacke zu behandeln. Handelsname z.B. Vomex .

    Dissektion
    Bezeichnet einen Riss in der inneren Wand von Blutgefäßen. Dadurch können Kopfschmerzen entstehen, in seltenen Fällen auch Schlaganfälle.

    Domperidon
    Wirkstoff, der gegen Übelkeit und Erbrechen eingesetzt wird. In der Therapie der Migräneattacke wird Domperidon in der Kombination mit Schmerzmitteln oder Triptanen gegeben, auch um die Aufnahme dieser Stoffe zu beschleunigen. Handelsname z.B. Motilium .

    Dopplersonographie
    Untersuchungsmethode, in der mittels einer Sonde die Blutflussgeschwindigkeit der Blutgefäße im Gehirn und am Hals gemessen werden kann. Sie lässt Rückschlüsse auf Verengungen, Verschlüsse oder andere Störungen der Blutgefäße zu.

    Ductus Botalli
    Der Ductus Botalli ist im Blutkreislauf des Fötus die Verbindung zwischen Aorta und Lungenschlagader. Nach der Geburt verschließt sich der Ductus Botalli meist innerhalb der ersten Lebenstage. Bei fehlendem Verschluss und in Kombination mit anderen Herzfehlern, kann es zu Herzinsuffizienz oder Entzündung der Herzmuskulatur kommen. Schmerzmittel wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure oder Diclofenac können den Verschluss des Ductus Botalli schon vor der Geburt auslösen. Deswegen sollten sie nicht in den letzten Monaten einer Schwangerschaft eingenommen werden.

    EEG
    Untersuchungsmethode, bei der mittels Elektroden Gehirnströme abgeleitet werden. Das EEG birgt keine Gefahr für Mutter und Kind. Es ist in der Kopfschmerzdiagnostik nur sinnvoll, wenn der Verdacht auf zusätzliche epileptische Anfälle besteht.

    Entspannungsverfahren
    Methoden, die wie z. B. das autogene Training oder die Muskelrelaxation nach Jacobson dazu dienen, auf nicht-medikamentöser Weise die individuelle Schmerzschwelle von Betroffenen zu verändern und somit weniger Schmerzen zu haben.

    Epidemiologie
    Epidemiologie bezeichnet eine wissenschaftliche Disziplin, die sich mit Ursachen und Folgen von Krankheiten in Bevölkerungen oder Teilgruppen davon beschäftigt. Die Epidemiologie untersucht Faktoren, die zur Krankheit bzw. Gesundheit von einzelnen Menschen oder Gesellschaften beitragen.

    Epileptische Anfälle
    Man unterscheidet verschiedene Formen von epileptischen Anfällen, die entweder mit Zuckungen des Körpers oder Bewusstseinsstörungen einhergehen. Manchmal können sie auch mit Kopfschmerzen zusammen auftreten.

    Ergotamin
    Wirkstoff, der früher häufiger und heutzutage nur noch selten zur Attackenbehandlung in der Migräne eingesetzt wird. Er wirkt vor allen Dingen über Stabilisierung von Blutgefäßen, führt allerdings zu Nebenwirkungen wie Kribbeln und Übelkeit. Ist in Deutschland nur noch in wenigen Medikamenten enthalten. Handelsname z.B. Ergo Kranit .

    Familiäre hemiplegische Migräne
    Bezeichnet eine Unterform der Migräne, bei der Betroffene halbseitig gelähmt sind, wobei die Lähmung vor den Kopfschmerzen auftritt. Mindestens ein Familienmitglied ersten Grades ist auch betroffen. Es gibt bereits 3 gesicherte Erbgänge für diese Erkrankung.

    Foramen ovale
    Ist im Blutkreislauf des Fötus die Verbindung zwischen dem Lungenkreislauf und dem Körperkreislauf. Da die Lunge beim Fetus noch nicht belüftet ist, fließt das Blut durch das Foramen ovale in den linken Herzvorhof, ohne - wie beim Geborenen - über die Lunge zu fließen. Üblicherweise verschließt sich das Foramen ovale in den ersten Lebenstagen oder Wochen. Erfolgt dieser Verschluss nicht, handelt es sich um ein persistierendes Foramen ovale (PFO), das ca. 25 % aller Menschen haben.

    Gehirnrinde
    Der äußere Teil des Gehirns, der für das Bewusstsein zuständig ist und an dem sich die Phänomene (vgl. Cortical Spreading Depression) abspielen, die verantwortlich sind für die Aura.

    Genetik
    Die Genetik beschäftigt sich mit der Lehre von der Vererbung und deren biochemischen Grundlagen. Viele Kopfschmerzformen sind genetisch mit bedingt. Für eine Unterform der Migräne ist ein Erbgang nachgewiesen worden. Für die andere Formen der Migräne mit und ohne Aura gibt es eine Wahrscheinlichkeit von mindestens 60%, dass Kinder von Betroffenen auch an Migräne leiden.

    Großhirn
    Das Großhirn bezeichnet den Teil des Gehirns, in dem alle höheren Funktionen des Nervensystems ablaufen, es ist vollständig vom Schädel umgeben. Im Großhirn werden die Schmerzen empfunden.

    Habituation
    Ist eine Form des Lernens (die in der Regel unbewusst abläuft). Habituation setzt üblicherweise ein, wenn ein Mensch wiederholt einem Reiz ausgesetzt ist, der sich jedoch für diesen Menschen nicht als bedeutsam erweist. Die Reaktion auf diesen Reiz schwächt sich dann allmählich ab und unterbleibt. Z. B. Schaut man nicht mehr jedem Flugzeug nach, wenn man in der Einflugschneise eines Flugplatzes lebt. Vergleichbare Begriffe für Habituation sind "Gewöhnung" oder "erlernte Verhaltensunterdrückung".

    Hemikranie
    Griechische Bezeichnung für halbseitigen Kopfschmerz. Hiervon leitet sich unser Wort Migräne ab.

    Hirnhaut
    Bezeichnet die Bindegewebsschichten, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben. Es werden drei Hirnhäute unterschieden. Die harte Hirnhaut, die Spinnenhaut und die weiche Hirnhaut. Die äußerste Hirnhaut ist die harte Hirnhaut, darunter liegt die Spinnenhaut, die weiche Hirnhaut bedeckt das Gehirn und Rückenmark direkt. Die Hirnhäute stellen - neben den Gefäßen - das einzige Gewebe im Schädel dar, das von Zellen versorgt ist, die Schmerzen empfinden können. Das Gehirn selber hat keine Zellen für die Schmerzempfindung. Kopfschmerzen und insbesondere die Schmerzen bei Migräne entstehen also vor allem in den Hirnhäuten.

    Hirnstamm
    Im Hirnstamm liegt das Kerngebiet des Nervus trigeminus. In diesem Kerngebiet kommen die Erregungen an, die von den Hirnhäuten und Gefäßen Schmerzen melden. Im Hirnstamm werden diese Meldungen dann umgeschaltet und zum Großhirn geschickt, sodass die Schmerzen bewusst wahrgenommen werden können. Im Hirnstamm erfolgen darüber hinaus auch Verschaltungen verschiedener anderer Nervenbahnen.

    Hirntumor
    Bezeichnet eine entweder gut- oder bösartige Veränderung des Hirngewebes. Hierbei entwickeln sich normale Zellen anders als die Umgebung. Ein Hirntumor kann entweder aus sich heraus (dann meist bösartig) bis zum Tode führen, gutartige Hirntumore können jedoch durch Druck medizinische Probleme hervorrufen. Viele Hirntumore können auch Kopfschmerzen machen. Sie sind aber so selten, dass eine Angst vor einem Hirntumor bei Kopfschmerzen unbegründet ist. Hirntumore können in der Schwangerschaft und Stillzeit auftreten, dies aber nicht häufiger als außerhalb dieses Zeitraums.

    Homöopathie
    Die Homöopathie glaubt an die Wirksamkeit von verschiedenen, zumeist giftigen oder schädigenden Stoffen, die in unterschiedlichen sehr niedrigen Dosierungen gegeben werden. Dadurch soll der Körper "immun" gegen diese Stoffe werden.

    Hormonpflaster/-gel
    Hormonpflaster oder Gele sind bestimmte Verabreichungsformen für Hormonpräparate. Üblicherweise werden damit Östrogene oder Gestagene durch die Haut verabreicht. Der Vorteil dieser Pflaster besteht darin, dass der Wirkstoff gleichmäßig verteilt im Körper aufgenommen wird und auch nicht im Darm abgebaut wird, so dass eine geringere Dosis notwendig wird. Häufig werden Hormonpflaster oder Gele zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden bei Frauen eingesetzt. Manchmal können sie auch bei menstrueller Migräne wirksam sein.

    Ibuprofen
    Ibuprofen ist ein Wirkstoff der aus dem Formenkreis der antirheumatisch wirksamen Substanzen kommt. Ibuprofen kann zur Akutbehandlung der Migräne eingesetzt werden (in einer Dosis von 800 mg).

    International Headache Society
    Bezeichnet die internationale Kopfschmerzgesellschaft, in der Ärzte und Wissenschaftler aus der ganzen Welt organisiert sind, die sich für Kopfschmerzen interessieren. Die International Headache Society beschäftigt sich wissenschaftlich und klinisch mit dem Krankheitsbild Kopfschmerz und Migräne. Sie entwickelt Richtlinien für die Forschung und hält internationale Fachkongresse zum Austausch über neue Informationen ab.

    Kernspinangiographie
    Ist eine Darstellung von Blutgefäßen durch die Kernspintomographie, wobei ohne oder mit Kontrastmittel Blutgefäße dargestellt werden können. Es besteht keine Strahlenbelastung, da nur die körpereigenen Magnetfelder gemessen werden.

    Kernspintomographie
    Dies ist eine Untersuchungsmethode, in der durch Magnetstrahlen Schichten des Gehirns genau untersucht werden können. Die Kernspintomographie sollte bei Kopfschmerzen dann durchgeführt werden, wenn diese nicht erklärt werden können.

    Komorbidität
    Eine Komorbidität bezeichnet eine zusätzlich zur Grunderkrankung (in diesem Fall Migräne) bestehende Erkrankung, die nicht notwendigerweise ursächlich mit der Grunderkrankung zusammenhängt. Ein beliebter Spruch beschreibt dies so: "Man kann Flöhe und Läuse haben".

    Kontraindikation
    Darunter versteht man Erkrankungen, bei denen bestimmte Medikamente nicht eingenommen werden dürfen, wobei entweder die Grunderkrankung selber die Kontraindikation darstellt oder sich aufgrund der eingenommenen Medikamente eine Kontraindikation darstellt.

    Kopfschmerzen, primäre und sekundäre
    Bei primären Kopfschmerzen handelt es sich um Kopfschmerzen, die die Krankheit an sich darstellen wie z.B. die Migräne oder der Spannungskopfschmerz. Als sekundäre Kopfschmerzen werden Kopfschmerzen bezeichnet, die aufgrund einer anderen Ursache, z.B. wegen eines Hirntumors oder als Medikamentennebenwirkung entstehen.

    Kopfschmerztagebuch
    Das Kopfschmerztagebuch (oder auch Kopfschmerzkalender) ist eine Dokumentation von Intensität, Dauer, Verlauf und ggf. Medikamenteneinnahme oder Begleitsymptomen von Kopfschmerzen, die von Betroffenen geführt werden und einen guten Anhalt über die Schwere der Erkrankung geben können und die Anamnese (vgl. oben) deutlich vereinfachen können.

    Kurzzeitprophylaxe
    Die Kurzzeitprophylaxe bezeichnet die Form von Prophylaxe, bei der vor allem im Rahmen menstrueller Migräne zeitlich vor Auftreten des Kopfschmerzes bzw. der Menstruation eine bestimmte Prophylaxe, üblicherweise Schmerzmittel oder Hormonpflaster eingesetzt werden und somit das Auftreten der Migräneattacke zum Zeitpunkt der Menstruation unterbrochen wird.

    Lumbalpunktion
    Hierunter versteht man eine Untersuchung, bei der zwischen dem 4. und 5. Lendenwirbel oder 5. Lendenwirbel und 1. Kreuzbeinwirbel mit einer dünnen Nadel der Nervenwasserkanal punktiert wird. Das Rückenmark endet vor diesen Stellen, so dass dieses nicht verletzt werden kann. Durch die Untersuchung des Nervenwassers kann man Informationen über evtl. Entzündungen im Nervensystem oder stattgehabte Blutungen finden, man kann damit auch den Druck im Inneren des Schädels messen.

    Lymphdrainage
    Ist eine Therapieform der physikalischen Anwendungen, die vor allem zur Ödem- und Entstauungstherapie angewendet wird. Traditionell angewendet nach Unterleibs- oder Brustkrebsoperationen, wobei durch leichte Druck- und Verschiebetechnik die Flüssigkeit aus dem Gewebe in das Lymphsystem verschoben wird und somit aus dem Körper abfließen kann. Möglicherweise ist die Lymphdrainage bei Migräne gut wirksam.

    Magnesium
    Magnesium ist ein Wirkstoff der normal im Körper verstoffwechselt wird. Gelegentlich ist es hilfreich, in der Schwangerschaft und Stillzeit Magnesium hochdosiert einzunehmen, um dies als Migränevorbeugung einzusetzen. Der genaue Wirkmechanismus von Magnesium in der Migränevorbeugung ist unklar. Unabhängig davon kann Magnesium auch eingesetzt werden, wenn man an Wadenkrämpfen leidet.

    Manualtherapie
    Ist eine komplementärmedizinische Behandlungsmethode, die zum Ziel hat, die normale Beweglichkeit der Gelenke an der Wirbelsäule wiederherzustellen. Dabei werden sowohl das gestörte Zusammenspiel der verschiedenen Gelenke als auch die Verschiebungen berücksichtigt.

    Medikamentenübergebrauch
    Dieser Begriff bezeichnet die Tatsache, dass Betroffene an vielen Tagen pro Monat Kopfschmerzen mit Kopfschmerzmedikamenten behandeln und damit einen Kopfschmerz aufgrund des Medikamentenübergebrauchs induzieren. Die Häufigkeit liegt bei ca. 1% in der Allgemeinbevölkerung und ist eine sekundäre Kopfschmerzform, meist auf dem Boden einer Migräne oder eines Spannungskopfschmerzes. Prinzipiell können sämtliche Schmerzmedikamente zu einem Medikamentenübergebrauch und damit zum medikamenteninduzierten Kopfschmerz führen.

    Meningismus
    Bezeichnet eines schmerzhafte Nackensteifigkeit die entsteht, wenn Hirnhäute gereizt und entzündet werden (auch Meningitis genannt). Beim Meningismus kommt es zu einer reflektorischen Verspannung der Nackenmuskulatur, die bei Entzündungen des Nervensystems auftreten. Meningismus innerhalb oder außerhalb der Schwangerschaft ist immer ein Verdacht auf eine Entzündung der Hirnhäute oder des Gehirns. Er geht oft mit Kopfschmerzen einher.

    Menstruation
    Auch Periode, Mens, Zyklus oder Regel genannt. Bezeichnet die periodische wiederkehrende Blutung aus der Gebärmutter. Die erste Menstruation wird Menarche genannt. Der erste Tag der Menstruation definiert den Beginn des Menstruationszyklus, mit der Ablösung des nichtbefruchteten Eies kommt es dann zur Blutung. Üblicherweise dauert ein Zyklus 28 Tage an. Viele Frauen haben in den Tagen vor der Menstruation häufig eine Migräneattacke, diese nennt man dann menstruelle Migräne.

    Metamizol
    Metamizol ist ein Schmerzmedikament mit schmerzlindernder und fiebersenkender Wirkung. Metamizol ist ein wirksames Medikament zur Behandlung der Migräne und des Spannungskopfschmerzes in einer Dosis von 1000 mg. Handelsname z.B. Novalgin .

    Metoclopramid
    Ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Medikamente gegen Übelkeit, sogenannte Antiemetika. Es bessert die Beweglichkeit von Zellen im oberen Magen-Darmtrakt und ist wirksam gegen Übelkeit und Erbrechen. In der Kombination mit Schmerzmitteln findet es einen Einsatz in der Behandlung der akuten Migräneattacke.

    Metoprolol
    Metoprolol ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Betablocker. Metoprolol wird bei Migräne zur Vorbeugung eingesetzt.

    Migräne
    Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch anfallsartige, sich bewegungsabhängig verschlechternde Kopfschmerzen, die von Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet sein können, auszeichnet. Bei 15% aller Migränepatientinnen geht dem Kopfschmerz eine Aura (mit optischen oder sensiblen Wahrnehmungsstörungen) vorher. Man unterscheidet verschiedene Formen der Migräne, z. B. Migräne mit und ohne Aura.

    Mitralklappenprolaps
    Der Mitralklappenprolaps bezeichnet eine angeborene Fehlbildung des Mitralklappe, einer der vier Herzklappen. Dabei wölben sich die Anteile der Mitralklappe während der Systole (Zusammenziehen des Herzens) in den linken Vorhof vor. Ungefähr 5% der Bevölkerung sind hiervon betroffen. In den meisten Fällen ist ein Mitralklappenprolaps symptomlos. Wenn der Prolaps allerdings zu einer Undichtigkeit führt, kann es zu einer Herzinnenhautentzündung kommen. Menschen mit Migräne haben etwas häufiger einen Mitralklappenprolaps, der klinisch nicht bedeutsam ist.

    Muskelrelaxation
    Unter Muskelrelaxation versteht man die Entspannung eines Muskels nach vorheriger Anspannung (Kontraktion). Hierzu gibt es klinisch gut überprüfte Verfahren, wie zum Beispiel die Muskelrelaxation nach Jacobson, die Entspannung bestimmter Muskelgruppen auslösen und somit der nichtmedikamentösen Kopfschmerzvorbeugung dient.

    Naproxen
    Naproxen ist ein Wirkstoff der schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend wirkt. Zur Akutbehandlung der Migräne oder im Rahmen der Kurzzeitprophylaxe bei menstrueller Migräne ist er sinnvoll (in einer täglichen Dosis von 1000 mg). Handelsname z.B. Proxen .

    Nervenwasser
    Nervenwasser wird in der Medizin Liquor genannt, er ist eine klare farblose Flüssigkeit, die mit dem Gewebe des Gehirns in Verbindung steht und daher in der Zusammensetzung sehr ähnlich ist. Die Zusammensetzung des Nervenwassers besteht aus nur sehr wenigen Zellen, Eiweiß und Zucker. Die Untersuchung des Nervenwassers ist sinnvoll, wenn man Entzündungen des Gehirns oder seiner Häute annimmt. Dazu wird eine Lumbalpunktion durchgeführt. Bei Kopfschmerzen muss manchmal das Nervenwasser untersucht werden, wenn man auf anderem Weg eine Hirnblutung nicht ausschließen kann.

    Nervus trigeminus
    Nervus trigeminus ist der 5. Hirnnerv, über den die sensiblen und damit auch die schmerzleitenden Fasern nahezu von allen Teilen des Kopfes zum Gehirn ziehen. Er teilt sich in drei Äste auf. Das zugehörige Kerngebiet liegt im Hirnstamm. Der Nervus trigeminus ist für die Schmerzweiterleitung bei Kopfschmerzen verantwortlich.

    Neurogene Entzündung
    Unter neurogener Entzündung versteht man den Entzündungsablauf, der im Verlauf der Migräneattacke in den Wänden der Blutgefäße und in den Hirnhäuten entsteht. Durch die Erregung der Endstrecke des Nervus trigeminus kommt es zur Ausschüttung entzündungsvermittelnder Schmerzbotenstoffe (Entzündungsstoffe) wie z.B. die Stoffe Substanz P, CGRP oder Stickstoffmonoxid. Diese Ausschüttung der Schmerzbotenstoffe führt zu einer Aktivierung von Zellen, die eine Entzündung an den Schmerzrezeptoren bewirken. Dadurch werden Schmerzreize von den Gefäßen über den N. trigeminus zum Gehirn geschickt. Der gesamt Prozess wird als neurogene Entzündung bezeichnet. Ungelöst ist weiterhin, wie bei Menschen eine solche Erregung ausgelöst wird und warum diese Erregung von selbst wieder gestoppt wird.

    Neurologie
    Neurologie ist die Lehre von den körperlichen Erkrankungen des Nervensystems. Hierunter versteht man Erkrankungen die entweder im zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark), im peripheren Nervensystem oder in den Muskeln entstehen.

    Opiate
    Opiate sind Wirkstoffe, die dem Opium (der getrockneten Milch des Schlafmohns) entstammen, wenn es sich um künstliche Präparate handelt, nennt man sie auch Opioide. Die wichtigsten Opiate sind Morphin und Codein. Beide Substanzen sind in der Behandlung der Migräne oder des Spannungskopfschmerzes nicht wirksam. Bei sehr starken symptomatischen Kopfschmerzen können sie aber gegeben werden.

    Östrogen
    Östrogen (auch Follikelhormon) ist eines der wichtigsten weiblichen Sexualhormone. Östrogen wird vor allen Dingen in den Eierstöcken und in der Nebennierenrinde produziert. Während der Schwangerschaft werden Östrogene auch in der Plazenta ausgebildet. Östrogen fördert die Reifung einer Eizelle, die dann ggf. befruchtet werden kann. Die Konzentration von Östrogen ändert sich im Laufe des weiblichen Zyklus und wird gesteuert durch die Hirnanhangdrüse. Östrogene können in der Therapie der Migräne sowohl positive wie negative Effekte haben. Der Abfall von Östrogen vor der Menstruation löst die menstruellen Migräneattacken aus. Der hohe Spiegel von Östrogen während einer Schwangerschaft führt dazu, dass die Frauen vor Migräneattacken geschützt sind.

    Paracetamol
    Paracetamol ist ein Wirkstoff, der sowohl schmerzstillend als auch fiebersenkend ist. Als Einzelsubstanz oder als Kombinationssubstanz ist es in der Therapie der Migräneattacke sowie beim Spannungskopfschmerz in einer Dosis von 1000 mg sinnvoll. Es ist die einzige Substanz die Frauen unproblematisch in Schwangerschaft und Stillzeit einnehmen können, sofern die Höchstdosis von 3 g pro Tag beachtet wird. Handelsname z.B. ben-u-ron .

    Pestwurz
    Pestwurz ist eine Heilpflanze, aus der schon in der Antike ein Extrakt gegen Schmerz und Krämpfe eingesetzt worden ist. Pestwurz wird im Rahmen der Migränevorbeugung eingesetzt. Handelsname z.B. Petadolex .

    Phonophobie
    Phonophobie bezeichnet eine Überempfindlichkeit für Lärm (Lärm wird als unangenehm empfunden).

    Photophobie
    Photophobie bezeichnet eine Überempfindlichkeit für Licht (Licht als unangenehm empfunden).

    Physiotherapie
    Physiotherapie bezeichnet alle Verfahren, die die Fähigkeit von Patienten verbessern, sich physiologisch zu verhalten. Unter Physiotherapie versteht man natürliche physikalische Reize wie Wärme und Kälte sowie Förderung der Eigenaktivität durch Krankengymnastik oder aktive bewusste Wahrnehmung durch den Patienten. Die physiotherapeutischen Behandlung orientiert sich an den körperlichen Voraussetzungen des Patienten wie auch an der Motivation des Patienten. Sie dient der Verbesserung der Funktionsweise des Organismus zu einem eigenverantwortlichen Umgang mit dem eigenen Körper. Das Ziel von Physiotherapie ist die Wiederherstellung bzw. Förderung der Gesundheit und meist auch einer Schmerzreduktion.

    Prophylaxe
    Der Begriff Prophylaxe bezeichnet Vorbeugung. Im Bereich der Kopfschmerzen und Migräne unterscheidet man die medikamentöse Prophylaxe mit bestimmten Medikamenten, die ursprünglich aus anderen Indikationen zugelassen worden sind, gegenüber der nichtmedikamentösen Prophylaxe wie zum Beispiel Entspannungsverfahren oder Verhaltenstherapie.

    Pseudotumor cerebri
    Ist eine Erkrankung, die sich durch Kopfschmerzen und z.T. auch Sehstörungen darstellt. Ursache der Beschwerden ist ein erhöhter Druck des Nervenwassers im Schädel. Dieses Krankheitsbild tritt häufig bei jungen Frauen auf, Übergewicht ist dabei der stärkste Risikofaktor. Weitere Risikofaktoren sind Hormonstörung und Eisenmangel. Die Diagnose wird durch eine Lumbalpunktion, eine Kernspintomographie und eine Spiegelung des Augenhintergrundes gestellt. Zur Therapie werden wiederholte Liquorpunktionen oder harntreibende Medikamente eingesetzt. In ausgeprägten Fällen kann man auch eine Operation zur Ableitung des Nervenwassers durchführen. Manchmal führt eine Sinusthrombose zu einem Pseudotumor cerebri, dies kann auch in der Schwangerschaft geschehen.

    Psychotherapie
    Ist die Behandlung von Menschen mit geistig-seelischen oder psychosomatischen Krankheiten oder Verhaltensstörungen aufgrund wissenschaftlich fundierter Methoden. Es gibt verschiedene Psychotherapieverfahren, man unterscheidet die Verhaltenstherapie von der kognitiven Verhaltenstherapie, der Tiefenpsychologie (z.B. Psychoanalyse) oder den weiteren Verfahren. Eine Psychotherapie kann nur von dafür zugelassenen ärztlichen oder psychologisch tätigen Kollegen erfolgen.

    Riesenzellarteriitis
    Wird auch Arteriitis temporalis oder Morbus Horton genannt und ist eine Entzündung der Blutgefäße (Vaskulitis), die vor allen Dingen bei älteren Menschen in den Schläfenarterien auftritt. Unbehandelt besteht ein Risiko zu erblinden, da die Entzündung der Arterien zu einer ungenügenden Durchblutung des Auges führt. Bei rascher Behandlung mit Kortisonpräparaten ist der Verlauf meist gutartig. Das Risiko an einer solchen Arteriitis zu erkranken, ist bei über 70-jähringen 45 zu 100.000, Frauen sind im Verhältnis 3 zu 1 häufiger betroffen als Männer.

    Schlaganfall
    Dem Schlaganfall liegt ein plötzlicher Mangel der Nervenzellen an Sauerstoff zugrunde. Grob lassen sich Minderdurchblutungen (ischämischer Infarkt) und die akute Hirnblutung unterscheiden. Die Diagnose eines Schlaganfalls stellt man entweder in der Computertomographie oder der Kernspintomographie.

    Schmerzrezeptoren
    Sind bestimmte Zellen, die wie ein Empfänger im Körper auf eine drohende oder eintretende Verletzung des Körpergewebes (also auf Schmerzen) reagieren. Schmerzrezeptoren unterscheiden sich in der Form, auf welche Reize sie reagieren, z.B. auf spitze Reize, auf Hitze, auf chemische Reize oder auf alle drei Reize. Die meisten Schmerzrezeptoren liegen in der Haut, in den Wänden der Blutgefäße und auf der Hirnhaut.

    Serotonin
    Ist ein sog. Transmitter, der vor allem im Gehirn eine Fülle von Aufgaben hat. Darüber hinaus ist es z.B. bei der Regulierung des Blutdrucks beteiligt. Ein Transmitter koppelt immer an einen dazugehörigen Rezeptoran, man kennt über 25 verschiedene Rezeptoren für Serotonin. Serotonin spielt auch eine wichtige Rolle in der Schmerzübertragung, so schützt es z.B. vor der neurogenen Entzündung. Die Veränderungen der Blutgefäße in der Hirnhaut während der Migräneattacke werden über diese Rezeptoren vermittelt. Die Triptane wirken deswegen so gut in den akuten Migräneattacken, da sie im Gehirn wie das körpereigene Serotonin funktionieren.

    Sensorische Aura
    Bezeichnet ein neurologisches Reiz- und Ausfallssyndrom, bei dem es zu Kribbelmissempfindungen bestimmter Körperteile, meist des Gesichtes und eines Armes gleichseitig kommt. Eine sensorische Aura ist das zweihäufigste Aurasymptom nach visuellen Auren.

    Sinusthrombose
    Unter einer Sinusthrombose versteht man das Auftreten von Blutgerinnseln in den großen Venen des Gehirns. Sinusthrombosen sind selten Ursache von Infarkten, treten bei Frauen vor allen Dingen bei hormonellen Umstellungen wie in der Schwangerschaft jedoch gehäuft auf. Symptome der Sinusvenenthrombose sind Kopfschmerzen, epileptische Anfälle und Wesensveränderungen, im fortgeschrittenen Stadium Lähmungen, Sehstörungen und Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit. Sie stellen einen Notfall dar und müssen sofort in einem Krankenhaus behandelt werden.

    Sozialmedizin
    Die Sozialmedizin untersucht und beschreibt Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Krankheitsrisikofaktoren mit Zuständen in der Gesellschaft unter verschiedenen Perspektiven. Dabei werden vorbeugend rehabilitative, gutachterliche oder versorgungsrechtliche, aber auch wirtschaftliche Aspekte eingeschlossen. Sie befasst sich wissenschaftlich und praktisch außerdem mit dem Gesundheitszustand der Bevölkerung und der Organisation des Gesundheitswesens.

    Spannungskopfschmerz
    Ist ein leichter bis mittelschwerer Kopfschmerz der meist im ganzen Kopf auftritt. Es wird eine episodische Form (unter 15 Tage pro Monat) von einer chronischen Form unterschieden. Der Kopfschmerz vom Spannungstyp verschlechtert sich nicht bei Kopfbewegung und ist üblicherweise nicht von den bei Migräne üblichen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet.

    Spezielle Schmerztherapie
    Dass chronische Schmerzen eine eigene Krankheit darstellen und spezielle Behandlungsformen nützlich sind, hat sich in den letzten 20 Jahren auch in Deutschland durchgesetzt. Die moderne interdisziplinäre Schmerztherapie bzw. Spezielle Schmerztherapie beschäftigt sich mit der Behandlung von akuten und chronischen Schmerzen. Es gibt in Deutschland viele niedergelassene Schmerztherapeuten und verschiedene Ambulanzen in Krankenhäusern, die sich klinisch und wissenschaftlich damit beschäftigen, wie man am besten chronische Schmerzen auch unabhängig von ihrer Ursache behandelt und die gemäß Therapieempfehlungen spezielle Schmerztherapie für Patienten anbieten und durchführen. Der Titel Spezielle Schmerztherapie wird durch eine Weiterbildung und eine Prüfung vor der Ärztekammer erworben.

    Sport
    Jedwede Form von Bewegungssport ist sinnvoll für Kopfschmerz- und Migränepatienten. Über verschiedene Wirkmechanismen ist eine Verbesserung der Beschwerdesymptomatik auch in dieser Lebensphase durch Sport zu erzielen.

    Status migränosus
    Der Status migränosus bezeichnet eine Migräneattacke, die trotz Behandlung über 72 Stunden andauert. Die Akutbehandlung eines Status migränosus erfolgt meistens durch einen Arzt mittels einer intravenösen Therapie mit verschiedenen Medikamenten.

    Stressbewältigung
    Auch Coping genannt, beschreibt die Möglichkeit und Fähigkeit, psychisch belastenden Stress zu verringern oder abzubauen und die Selbstheilungskräfte des Menschen zu stärken. Bekannte Stressbewältigungsmethoden sind das Autogene Training, die Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion nach Jon Kabat Zinn oder die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson.

    Subarachnoidalblutung
    Ist eine Blutung im Bereich des zentralen Nervensystems, die sich dadurch kennzeichnet, dass freies Blut in den mit Nervenwasser gefüllten Subarachnoidalraum gelangt. Dies ist eine spezielle Form des Schlaganfalls, die meist mit dem Platzen einer Arterie, z.B. aufgrund einer Fehlbildung (Aneurysma) einhergeht. Begleitsymptome sind schwerste Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und Bewusstseinsstörungen, die natürlich auch in der Schwangerschaft und Stillzeit auftreten können. Zur Diagnostik muss man eine Computertomographie und evt. auch eine Lumbalpunktion vornehmen. Eine Subarachnoidalblutung ist immer ein Notfall und muss auf einer Intensivstation beobachtet werden.

    Thrombose
    Die Thrombose ist eine Gefäßerkrankung, bei der sich ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß bildet. Thrombosen können sich in allen Blutgefäßen bilden, vor allen Dingen aber den Venen von Beinen und Kopf. In der Schwangerschaft kommt es häufiger als sonst zu Thrombosen, da die erhöhten Hormone zu einer Verstärkung der Blutgerinnung führen, auch die eingeschränkte Beweglichkeit in der Schwangerschaft begünstigt Thrombosen. Gelegentlich ist aber auch die Einnahme von hormonellen Antikonzeptiva (sog. Pille) eine Ursache. Die in der Schwangerschaft wichtigste und gefährlichste Form der Thrombose, die auch häufig mit Kopfschmerzen einhergeht, ist die Sinusthrombose.

    Topiramat
    Ist ein Wirkstoff, der ursprünglich gegen Epilepsie entwickelt worden ist, mittlerweile aber auch die Zulassung zur Behandlung der Migräne hat. Topiramat ist in der Vorbeugung der Migräne wirksam. Handelsname Topamax .

    Transmitter
    Zu Deutsch auch Sender. Bezeichnet einen biochemischen Stoff, der Signale von einer Nervenzelle auf die nächste weiterleitet. Im Nervensystem werden verschiedene Transmitter ausgeschüttet, von denen viele auch für den Ablauf einer Migräneattacke wichtig sind. Die Beeinflussung von Transmittern ist eine Möglichkeit, wie moderne Medikamente gegen Migräne wirken können.

    Trigeminoautonome Kopfschmerzen
    Bezeichnet einen Formenkreis von Kopfschmerzen, die auf schmerzhaften Reizzuständen des Nervus trigeminus beruhen, die immer mit Symptomen wie Augenrötung, Nasenlaufen, Augenschwellung u.ä. einhergehen. Die Kopfschmerzen sind immer einseitig auf derselben Seite. Man unterscheidet verschiedene Erkrankungen wie z.B. den Clusterkopfschmerz und die chronische paroxysmale Hemikranie. Diese Kopfschmerzen treten in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht häufiger und nicht seltener als zu anderen Lebenszeitpunkten auf. Einige dieser Kopfschmerzen sprechen sehr gut auf das Medikament Indometacin an.

    Trigger
    Trigger ist ein anderes Wort für Auslöser. Viele Menschen können unterschiedliche Trigger wie z. B. Wetter oder Nahrungsmittel als Auslöser ihrer Kopfschmerzen oder Migräne benennen. Häufig ist der abfallende Östrogenspiegel vor der Menstruation ein Trigger für eine nachfolgende Migräneattacke. Die Geburt mit einem raschen Abfall des Östrogenspiegels in den Tagen danach ist ebenfalls ein Trigger für eine erneute Verschlechterung der Migränesituation.

    Triptane
    Sind Wirkstoffe zur Akutbehandlung der Migräne und des Clusterkopfschmerzes. Der Wirkmechanismus beruht auf einer Stimulierung von Serotoninrezeptoren. In Deutschland sind derzeit sieben verschiedene Triptane erhältlich (Almotriptan, Eletriptan, Frovatriptan, Naratriptan, Rizatriptan, Sumatriptan, Zolmitriptan).

    Valproinsäure
    Valproinsäure ist ein Wirkstoff, der ursprünglich als Medikament gegen Epilepsie entwickelt worden ist, aber auch in der vorbeugenden Behandlung der Migräne und des Clusterkopfschmerzes zur Anwendung kommt. Die Behandlung in der Schwangerschaft mit Valproinsäure ist wegen der Gefahr der Schädigung des ungeborenen Kindes absolut kontraindiziert. In der Stillzeit darf Valproinsäure genommen werden. Handelsname z.B. Ergenyl .

    Verhaltenstherapie
    Mit Verhaltenstherapie wird ein ganzes Spektrum von Formen der Psychotherapie bezeichnet, die sich alle dadurch auszeichnen, dass in diesem Therapieverfahren Hilfe zur Selbsthilfe im Mittelpunkt der Behandlung steht, damit die Betroffenen in Zukunft besser mit ihren Symptomen und Problemen zurecht kommen.

    Visuelle Aura
    Reiz- und Ausfallssyndrome, die sich meistens als Flimmern mit einem Gesichtsfelddefekt vor einem oder beiden Augen darstellen und bis zur kompletten Sehminderung führen können. Meistens beschreiben Patienten helle oder farbige flackernde Lichter, die in dem Bild des Flackerns zu einer Sehminderung führen. Die visuelle Aura ist die häufigste Form der Aura bei Migräne. Differentialdiagnostisch sollte im jungen Lebensalter an epileptische Anfälle und in höherem Lebensalter an Schlaganfälle gedacht werden.

    Wiederkehrkopfschmerz
    Wiederkehrkopfschmerz ist ein Kopfschmerz der auftritt, nachdem initial ein akutes Medikament (Schmerzmittel oder Triptan) zur Behandlung von Migräne wirksam war.

    Zwillingsstudien
    Zwillingsstudien werden in der genetischen Forschung dazu genutzt, die Übereinstimmung zwischen ein- oder zweieiigen Zwillingen auf das Erbgut zu untersuchen. Meist zeigt sich, dass die Übereinstimmung bei eineiigen Zwillingen höher als bei zweieiigen Zwillingen ist.